Vergleich
Cloud oder lokale Installation?
Verwaltungssoftware lief jahrzehntelang auf dem Rechner, auf dem sie installiert war. Dieses Modell existiert weiter und hat echte Vorteile — aber es verlagert eine Reihe von Aufgaben auf Sie, die im Browserbetrieb der Anbieter übernimmt. Umgekehrt geben Sie im Browserbetrieb Kontrolle ab. Die Entscheidung ist kein Fortschrittsthema, sondern eine Abwägung zwischen zwei Risikoprofilen – siehe auch Betrieb im Browser — und die Datenschutzfrage fällt dabei anders aus, als viele annehmen.
Von Nirushan Yogendran · Stand: 18.08.2026
Was bei lokaler Installation bei Ihnen bleibt
Vier Aufgaben, die im Browserbetrieb niemand bemerkt, weil sie jemand anders erledigt: Backups, und zwar getestete; Updates, auch sicherheitsrelevante; Verfügbarkeit, wenn der Rechner ausfällt; und Zugriff von unterwegs, der ohne Fernzugriff schlicht entfällt.
Besonders die erste Aufgabe wird unterschätzt. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Bei Daten, aus denen Sie Jahre später eine Abrechnung belegen müssen, ist das ein reales Risiko.
Das Datenschutz-Missverständnis
„Lokal ist datenschutzrechtlich sicherer“ stimmt so nicht. Bei lokaler Installation sind Sie datenschutzrechtlich allein verantwortlich: für Zugriffsschutz, Verschlüsselung, Löschkonzept und die technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO. Es gibt niemanden, mit dem Sie diese Pflichten teilen.
Im Browserbetrieb bleiben Sie zwar Verantwortlicher, aber der Anbieter wird Auftragsverarbeiter — mit einem Vertrag nach Art. 28 DSGVO, der die Pflichten benennt und verteilt. Das ist mehr Struktur, nicht weniger. Entscheidend ist dann, wo gehostet wird und was im Vertrag steht.
Wann welches Modell passt
Für lokale Installation spricht ein Bestand, der sich kaum ändert, eine Person, die immer am selben Rechner arbeitet, und der Wunsch, unabhängig von einem laufenden Vertragsverhältnis zu sein.
Für den Browserbetrieb spricht alles, was mit Ortswechsel zu tun hat — Zählerstände im Keller erfassen, einen Beleg unterwegs fotografieren, einen Mangel vor Ort aufnehmen — sowie der Wunsch, sich mit Backups nicht zu befassen.
Was der Wechsel praktisch bedeutet
Der Umstieg von einer lokalen Lösung in den Browser scheitert selten an der Technik und oft an einem Detail: dem Export. Prüfen Sie vor dem Wechsel, in welchem Format die Altdaten herauskommen und ob Objekte, Mietverhältnisse und Belege getrennt exportierbar sind.
Umgekehrt gilt dasselbe. Bei einem Abonnement ist die wichtigste Frage nicht der Einstieg, sondern der Ausstieg — deshalb ist die Möglichkeit, monatlich zu kündigen, mehr wert als sie zunächst wirkt: Sie zwingt den Anbieter dazu, laufend nützlich zu bleiben.
Für die Übergangszeit gilt in beiden Richtungen: Wechseln Sie zum Beginn eines Abrechnungszeitraums. Ein Wechsel mitten im Jahr bedeutet, dass eine Abrechnung aus zwei Systemen zusammengesetzt werden muss.
Der Punkt, an dem es konkret wird
Die Abwägung wirkt abstrakt, bis ein Gerät ausfällt. Dann zeigt sich, ob die letzte gesicherte Version eine Woche oder ein Jahr alt ist — und ob sie sich zurückspielen lässt. Bei Daten, aus denen Sie Jahre später eine Abrechnung belegen müssen, ist das kein theoretisches Risiko.
Umgekehrt wird der Nachteil des Abonnements konkret, wenn ein Anbieter sein Produkt einstellt. Auch dagegen hilft nur eines: vorher wissen, wie der Export aussieht.
Gegenüberstellung
| Kriterium | RoofRunner | Lokale Installation |
|---|---|---|
| Installation | Keine, läuft im Browser | Auf einem oder mehreren Rechnern |
| Zugriff von unterwegs | Auf jedem Gerät mit Browser | Nur mit Fernzugriff |
| Backups | Beim Anbieter | Ihre Aufgabe — und zu testen |
| Updates | Laufend, ohne Zutun | Selbst einspielen |
| Datenschutzrolle | Sie verantwortlich, Anbieter Auftragsverarbeiter (AVV) | Sie allein verantwortlich, inkl. Art. 32 DSGVO |
| Hosting-Standort | Deutschland | Ihr Gerät |
| Kostenmodell | Laufend, monatlich kündbar | Häufig Einmalkauf plus Wartung |
| Unabhängigkeit vom Anbieter | Abhängig vom laufenden Vertrag | Läuft weiter, auch ohne Vertrag |
Wann Sie bei der Alternative bleiben sollten
Bleiben Sie bei einer lokalen Lösung, wenn Unabhängigkeit vom Anbieter für Sie das wichtigste Kriterium ist. Eine gekaufte Installation läuft weiter, auch wenn der Hersteller das Produkt einstellt. Bei einem Abonnement endet der Zugriff mit dem Vertrag — das ist ein realer Unterschied, kein Marketingdetail.
Ebenso, wenn Sie aus organisatorischen Gründen keine Mieterdaten bei einem Dienstleister verarbeiten dürfen oder wollen, und wenn Sie Backups und Updates ohnehin zuverlässig betreiben.
RoofRunner gibt es ausschließlich im Browserbetrieb. Eine lokal installierbare Version ist nicht geplant.
Häufige Fragen
Ist eine lokale Installation datenschutzrechtlich sicherer?
Nicht automatisch. Lokal sind Sie allein verantwortlich, auch für die technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO. Im Browserbetrieb teilen Sie die Pflichten über einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO mit dem Anbieter.
Verliere ich bei einem Abo die Unabhängigkeit vom Anbieter?
In einem Punkt ja: Der Zugriff endet mit dem Vertrag, während eine gekaufte lokale Installation weiterläuft. Das ist der wichtigste reale Nachteil des Browserbetriebs — klären Sie deshalb vor dem Einstieg, in welchem Format ein Datenexport möglich ist.
Brauche ich für den Browserbetrieb schnelles Internet?
Eine übliche Verbindung genügt. Ohne Verbindung ist die Verwaltung allerdings nicht erreichbar, was bei lokaler Installation nicht der Fall wäre.
Gibt es RoofRunner zum Installieren?
Nein. RoofRunner läuft ausschließlich im Browser und wird in Deutschland gehostet.
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