Glossar
PSD2
Auch: Zahlungsdiensterichtlinie · Kontoinformationsdienst
PSD2 ist die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie, die Banken verpflichtet, lizenzierten Drittanbietern auf Wunsch des Kontoinhabers einen standardisierten Zugriff auf Kontodaten zu ermöglichen.
Für die Immobilienverwaltung ist PSD2 der Grund, warum Kontoumsätze überhaupt automatisch einlaufen können, statt als CSV-Export aus dem Onlinebanking. Der Zugriff ist an eine Einwilligung des Kontoinhabers gebunden, zeitlich befristet und jederzeit widerruflich.
Zwei Rollen sind zu unterscheiden, und der Unterschied ist keine Nuance. Ein Kontoinformationsdienst (AIS) darf Umsätze und Salden lesen. Ein Zahlungsauslösedienst (PIS) darf Zahlungen auslösen. Das sind getrennte Erlaubnistatbestände mit getrennten Lizenzen – wer nur als AIS zugelassen ist, kann keine Überweisung starten, egal was die Software anbietet.
In Deutschland ist die Richtlinie im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz umgesetzt; Kontoinformationsdienste unterliegen der Aufsicht der BaFin. Eingerichtet wird der Zugriff immer über die eigene Bank: Sie wählen Ihr Institut und bestätigen die Freigabe mit dem gewohnten Zwei-Faktor-Verfahren – die starke Kundenauthentifizierung ist ebenfalls eine Vorgabe der PSD2. Sichtbar werden danach Umsätze mit Datum, Betrag, Zahlername und Verwendungszweck sowie der Saldo, also genau die Felder, die ein Abgleich braucht. Wie weit die Historie beim ersten Abruf zurückreicht, gibt die Bank vor.
Ein verbreiteter Irrtum betrifft das Ablaufen der Einwilligung. Die bereits abgerufenen Daten sind dann nicht verloren; es kommen nur keine neuen Umsätze hinzu. Wer die Bestätigung verpasst, bemerkt das oft erst, wenn scheinbar sämtliche Mieten eines Monats fehlen – ein Blick auf das Datum des letzten Abrufs erspart dann die Mahnrunde.
Für den Kontoabgleich genügt der lesende Zugriff vollständig. Weil dabei ein Dienstleister Kontodaten verarbeitet, gehört ein Auftragsverarbeitungsvertrag dazu. RoofRunner nutzt die Banking-Anbindung ausschließlich lesend.
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Häufige Fragen
Kann über PSD2 auch Geld bewegt werden?
Nur durch einen lizenzierten Zahlungsauslösedienst. Ein reiner Kontoinformationsdienst hat ausschließlich lesenden Zugriff auf Umsätze und Salden.
Muss ich den Zugriff regelmäßig erneuern?
Ja. Die Einwilligung ist befristet und muss periodisch bestätigt werden. Sie können sie außerdem jederzeit widerrufen.
Begriffe kennen ist das eine.
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